Inventur

 

Ich habe Inventur gemacht! Nachdem es sich in Minimalismus-Kreisen schickt, all seine Dinge zu zählen – wozu eigentlich? – habe ich es auch gewagt. Ich hatte vor etwa zwei Jahren meinen Besitz auf ungefähr 500 Dinge geschätzt. Wie viele Dinge es nun wirklich sind, könnt ihr auf meiner Instagram-Ruine verfolgen. Inspiriert hat mich Verena.

Bevor es für mich ans Zählen ging, habe ich festgelegt wie ich zähle: Dinge die zusammengehören ergeben ein Set. Dazu zählen beispielsweise Laptop plus Netzkabel oder Smartphone plus Ladekabel. Dinge von denen man mehrere identische Dinge besitzt gelten als Satz. Zum Beispiel drei Paar identische Socken oder Unterwäsche, Ohrenstöpsel oder Teelichter auf Vorrat. Lebensmittel habe ich nicht gezählt, da sie ohnehin zu den Grundbedürfnissen zählen und daher nicht „verhandelbar“ sind. Ebenfalls ungezählt bleibt der auf Kunststoff basierende Inhalt meines Geldbeutels wie Personalausweis, Führerschein oder Krankenversicherungskarte.

Im Grunde gewinnt man durch die Zählerei nicht viel, Spaß hat es dennoch gemacht. Außerdem ist man so angehalten, seinen Besitz zu sichten und kann möglicherweise ungenutzte Dinge „aufspüren“. Auch die Frage wie viele Dinge wir als zivilisierte Menschen eigentlich benötigen, finde ich spannend. Beim Vögel beobachten auf dem Balkon und im Park fällt mir immer auf, wie wenig Wildtiere zum Leben benötigen.

Bei uns Menschen ist das anders. Über viele Jahrtausende haben wir uns weiterentwickelt, Kleidung erfunden, Werkzeuge gebaut, Häuser konstruiert – wir sind zivilisiert und dadurch auch abhängiger geworden. Abhängiger von Dingen. Jedes Leben ist anders und jeder benötigt andere Dinge, weshalb es im Grunde auch keine unnützen Dinge gibt. Jedes Ding wird von irgendjemandem benötigt und geschätzt.

Der Durchschnitts-Deutsche soll an die 10.000 Dinge besitzen.

Wie viel brauchst du?

 

 

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