Stift und Papier

 

Zu einem achtsamen und minimalistischen Lebensstil gehört für mich auch die regelmäßige Reflexion dessen, was ich erlebe, denke und fühle. Ein aufgeräumter Geist verhilft mir zu mehr Zufriedenheit und innerer Gelassenheit. Schreiben verlangsamt und strukturiert das Denken, indem die flüchtigen und oft chaotisch durcheinander kreisenden Gedanken auf das Papier gebracht und dort geordnet festgehalten werden.

Durch regelmäßiges Schreiben, sei es direkt morgens vor der Arbeit oder abends, fühle ich mich deutlich zentrierter und fokussierter. Ich halte inne, wenn ich schreibe, und aus losen Gedankenfäden formt sich ein zusammenhängender Teppich. Die Betrachtung des „Teppichs“ hilft mir dabei, mich zu reflektieren und immer wieder neu auszurichten.

 


Analog oder digital?

Ein Tagebuch lässt sich sowohl analog als auch digital anlegen. Ich bevorzuge die analoge Variante, zumindest für das ganz persönliche Schreiben. Für themenspezifische Blogs und Reflexionen nutze ich auch gerne Online-Threads in Foren. Analoges Schreiben hebt den manifestierenden Charakter des Schreibens hervor – in einem Textdokument hingegen lässt sich alles Geschriebene binnen Sekunden wieder verändern, löschen oder ergänzen.

Mir persönlich erlaubt der Minimalismus, den Fokus auf wenige, ausgewählte Dinge zu setzen, die ich dann umso mehr schätze. Ein einfaches Notizbuch, das meine Gedanken auffängt, ist mir einfach lieber als ein fortlaufendes Textdokument. Hier darf jeder seine persönliche Vorliebe entdecken und ausprobieren, was sich am besten anfühlt.

Wenn du dich für die analoge Variante entscheidest, wähle am besten ein Buch, das dich persönlich anspricht und das du gerne in die Hand nimmst. Die Freude an einem ausgewählten Gegenstand ist umso größer und nachhaltiger, wenn er für dich ästhetisch und optisch ansprechend ist. Auch funktional sollte das Buch deinen Vorstellungen entsprechen – klein und handlich oder groß mit viel Platz zum Austoben auf den Seiten? Hardcover oder lieber weich und biegsam für die Handtasche? Schlicht oder mit charakteristischem Motiv?

 

 

 

 

Worüber schreiben?

Über alles, was (dich) bewegt: Gedanken, Erlebnisse, Gefühle. Natürlich kannst du auch ein thematisches Tagebuch wie beispielsweise ein Traumtagebuch, Lesetagebuch, Dankbarkeitstagebuch oder Erfolgstagebuch führen. Auch das „Bullet-Journal“ ist eine Form des Tagebuchs. Es gibt keine Regeln, wie und worüber oder in welchen zeitlichen Abständen du in dein Tagebuch schreibst. Auch wieviel du schreibst kann variieren von seitenlangen Einträgen bis hin zu wenigen Stichworten. Sogar in Gedichtform lässt sich ein Tagebuch verfassen – die Möglichkeiten sind vielfältig!

Schreibst du regelmäßig Tagebuch?

 

 

Kommentare: 4
  • #4

    Aura (Montag, 18 Mai 2020 16:43)

    Hi Maria, das klingt gut! Das Geschriebene regelmäßig durchzulesen kann sehr hilfreich sein - auch, um sich selbst im Nachhinein besser zu verstehen. Und Nostalgie ist natürlich auch ein Aspekt.

    Ich las mal von jemandem, der jeden Tag geschrieben hat und die Seite danach direkt vernichtet hat. Sozusagen ein sehr temporäres Schreiben - alles ist möglich.

    Wenn du öfter schreiben willst, kannst du auch klein anfangen. Drei Dinge am Tag, die gut waren oder wofür du dankbar bist. Da findest du schon was für dich!

  • #3

    Maria (Montag, 18 Mai 2020 15:43)

    Ich habe auch ein Tagebuch, aber mir fehlt häufig die Motivation wirklich jeden Tag reinzuschreiben. Ich schreibe meistens wenn in mir viel Chaos herrscht und fühle mich danach viel leichter und freier ums Herz, und manchmal nehm ich das Buch auch einfach und lese alles noch mal durch und denke mir "Und darüber hab ich mir mal Sorgen gemacht... jetzt ist das alles vorbei". Ich habe mir aber vorgenommen wieder öfter reinzuschreiben

  • #2

    Aura (Sonntag, 17 Mai 2020 18:52)

    Hey Nine! Ja, ein Buch für alles ist auch meine favorisierte Variante, allerdings nicht im Stil des typischen Bullet Journals, das eher ein personalisierter Terminkalender ist. Zumindest oft. Für Termine habe ich einen Terminkalender. Für Persönliches ein eigenes Buch.

  • #1

    Nine (Sonntag, 17 Mai 2020 18:09)

    Nein nur sporadisch. Habe aber auch "nur" ein Buch wo ich alles reinschreibe. Also eher ein Bullet Journal