Rote Welt

 

Letzte Zuflucht

 

Die Rohstoffe auf der Erde sind nahezu verbraucht. Das Programm Zen Demon erschafft ein Weltenkontinuum, das den Menschen als letzte Zuflucht dienen soll. Zen Demon funktioniert dabei nicht auf Basis einer zuvor getätigten Berechung, sondern erzeugt ein einzigartiges Ökosystem, welches dynamisch ist und sich evolutiv verändert. Um das Fortbestehen der Menschheit zu sichern, muss erforscht werden, wie stabil das von Zen Demon erzeugte Szenario wirklich ist. Dazu werden Erscheinungen, Lebensformen und Systeme der roten Welt beständig katalogisiert und untersucht. Der Zugang in die Rote Welt erfolgt über eine nicht-permanente Einstein-Rosen-Brücke, die die Realität des Programms mit der irdischen verbindet. Auf Zen Demon wurden insgesamt drei oberirdische, in turmartigen Gebäuden angelegte Forschungsstationen errichtet, die von Menschen verwaltet werden.

 


Volltorus

 

Zen Demon bildet die nicht-newtonsche Form eines verknoteten Volltorus und besitzt eine rötliche Atmosphäre; die messbaren physikalischen Gegebenheiten basieren auf euklidisch-logischen Strukturen. Die nicht-newtonsche Eigenschaft des Weltenszenarios Zen Demon bezieht sich auf die Quantenebene der Materie. Quantensprünge sind nicht möglich, jedoch gibt es zeitliche Überlagerun-gen, die sich durch die plötzliche Zerdehnung oder aber Stauchung von entwicklungsbezogenen Abläufen zeigen. Beispiele hierfür wären plötzliches Altern oder Verjüngen, Entstehen oder Versterben von Lebensformen.

 


Meridiane

 

Das Tageslicht auf Zen Demon wird durch energiereiche Meridiane erzeugt, die die gesamte Welt wie feine Blattäderchen überziehen. Diese feinen Linien biolumineszieren in einem farblosen Geistergrau und erzeugen zusammen mit der Atmosphäre das durchgehend sichtbare, rote Glühen, das der „Roten Welt“ zu ihrem gemeinen Namen verholfen hat. Das gesamte meridianartige und zentralnervöse Netz wird auch als „Avus“ bezeichnet und beschreibt das unerschöpfliche Energiereservat der Roten Welt, welches das Fortbestehen der menschlichen Zivilisation sichern soll. Der Avus stellt ein übernatürliches Phänomen dar, da nicht erklärbar ist, wie und weshalb er sich beständig erneuert und damit unerschöpflich ist.

 


Tundra

 

Die Landschaft der Roten Welt ist geprägt von eisigen Tundren, die eine Vielzahl von Moosen, Flechten und verschiedenen Gefäßpflanzen vorweisen. Vereinzelt finden sich Indizien für einen aktiven Vulkanismus sowie Ansätze von gebirgsartigen Zügen, die durch plattentektonische Vorgänge entstanden sein müssen. Die eisigen Tundren Zen Demons sind unterbrochen von meeresähnlichen Wasseransammlungen und kleineren Seen. Diese Gewässer sind allesamt kalt und zeigen eine kräftig rote Färbung, welche durch einen giftigen Mikropilz ausgelöst wird, der die Oberfläche des Wassers besiedelt. Die tieferen Bereiche der See werden von walartigen Geschöpfen bevölkert, wobei die Seen von komplexeren Lebensformen gänzlich unbesiedelt bleiben, lediglich einige einfache Algenarten siedeln hier.

 


Mutationen

 

Zen Demon löst bei Menschen genetische Mutationen aus, die als „Esker“ bezeichnet werden. Etwa fünf von tausend auf Zen Demon lebenden Menschen weisen eine oder mehrere Esker auf. Esker entwickeln sich langsam und oftmals über mehrere Monate oder Jahre hinweg, weshalb Menschen mit sichtbaren Eskern weniger häufig sind. Die Mutation kann jedoch bereits genetisch nachgewiesen werden, auch wenn sie physisch noch nicht ausgeprägt ist. Welche Faktoren eine genetische Mutation begünstigen ist unklar. Bisher beobachtete Ausprägungen der Esker wurden wie folgt katalogisiert:

 

 

 

Ninaki

 

Die Oberfläche von Zen Demon beherbergt keine von einer kulturschaffenden Spezies stammende Architektur. In den unterirdisch gelegenen Bereichen stößt man jedoch auf strukturelle Bauten, die in ihrer Anlegung an die Form von Waben erinnern und von einer hundsgroßen, wespenartigen und intelligenten Art namens „Ninaki“ besiedelt werden.

 

Diese Spezies ist geschlechtslos und vermehrt sich kollektiv durch eine besondere Art der Metamorphose, die dem Teilungsprozess von einfachen Zellen ähnelt: Im Inneren des adulten Wesens wächst eine juvenile Form heran, die in einem metamorphen Prozess nach außen getragen wird und sich nach einigen Stunden vom Körper der adulten Form ablöst und fortan als eigenständiges Individuum lebt. Dadurch kann über die Ninaki ausgesagt werden, dass es sich beständig um Klone ein und desselben Individuums handelt. Man geht sogar davon aus, dass es sich bei der Gesamtheit der Einzelindividuen um ein zusammengehöriges Superindividuum handelt, das sein Bewusstsein auf mehrere Körper aufteilt, um erfolgreicher zu leben.

 

Das Bestreben der Ninaki ist die Manifestation der Roten Welt im Erdkontinuum der Menschheit. Die einzelnen Individuen der Ninaki bilden als Zusammenschluss ein äußerst funktionales und erfolgreiches Kollektiv, dessen einzig bekanntes kulturelles Gut die grausamen Riten sind, die sich um die boshafte und ungeheuerliche Geistergottheit „Nehotpe“ ranken. Nehotpe bleibt bis heute gesichtslos und könnte lediglich das Resultat einer fehlerhaften Rückkopplung im Netz des Programms Zen Demon darstellen. Bei Zeiten nimmt sie womöglich das Abbild einer holographischen Gespensterheuschrecke an.

 

Bekannt ist der Invokationsritus der Ninaki, dessen Ziel die Synchronisation des Kollektivs mit dem Geist Nehotpes ist. Nehotpe ist dabei als mögliche Personifizierung des Programms Zen Demon zu klassifizieren und besitzt daher die Fähigkeit zur Manifestation des Weltenszenarios Zen Demon, indem sie durch die Physis ihrer Abkömmlinge – der Ninaki – handelt und wirkt. Der Invokationsritus der Ninaki initiiert und besiegelt die jeweils nächstbevorstehende, metamorphe Entwicklungsstufe des Programms Zen Demon und der Roten Welt.

 

Der Invokationsritus muss beständig unter den gleichen Bedingungen durchgeführt werden, damit eine Synchronisation herbeigeführt werden kann. Die Ältesten der Individuen des Ninaki-Kollektivs bilden dabei eine Art Priesterschaft, welche für die Organisation des Ritus verantwortlich ist. Die Priesterschaft muss zu gegebenem Zeitpunkt ein geeignetes Individuum aufgespürt haben, welches den Ritus erfolgreich durchführen kann. Der Ritus kann nur durch jemanden durchgeführt werden, der selbst nicht Teil des Ninaki-Kollektivs ist, da alle Individuen der Ninaki für eine Synchronisation mit Nehotpe benötigt werden. Zudem muss das durchführende Individuum genetische und physische Merkmale beider Welten aufweisen, damit eine Manifestation der Roten Welt innerhalb des Erdkontinuums in Form einer metamorphen Verschmelzung stattfinden kann. Diese Kriterien treffen ausschließlich auf Menschen mit Esker-Mutationen – Gezeichnete – zu, weshalb auch nur diese den Invokationsritus durchführen können und nicht die Priesterschaft der Ninaki selbst. Außerdem muss sich das durchführende Individuum als bereit dazu erklären, den Ritus durchzuführen.

 

Wenn das das Programm Zen Demon die nächste Stufe der Metamorphose erreicht und sich weiterentwickeln und manifestieren will, muss der Ritus durchgeführt werden. Da Esker-Mutationen jedoch der Behörde zu melden sind und mittels verschiedener Maßnahmen geheim gehalten werden – obwohl sie sowieso selten sind – ist es für die Ninaki besonders schwierig, rechtzeitig ein geeignetes Individuum aufzuspüren. Kann der Invokationsritus nicht durchgeführt werden, sind nicht nur die Entwicklung sondern auch das Fortbestehen des Programms Zen Demon und damit die Existenz der Roten Welt sowie der Ninaki selbst gefährdet. Um einem vorzeitigen und endgültigen Absturz des Programms entgegenzuwirken, haben die Ninaki spezielle Scouts ausgebildet, die ununterbrochen Esker-Mutanten aufspüren und als Gefangene in ihre Heimatgefilde verschleppen.

 

Selten werden auch genetisch nicht mutierte Menschen verschleppt und dann durch die Ninaki genetisch verändert. Diese Art des Herbeiführens einer Esker-Mutation ist jedoch riskant und könnte daher den Invokationsritus gefährden. Um das auserkorene Individuum davon zu überzeugen, dass es den Ritus aus eigenem Antrieb durchführen will, wendet die Priesterschaft der Ninaki Manipulationstechniken an, indem sie den Auserkorenen gefangen halten und auf grausame Art und Weise foltern. Treffen alle notwendigen Bedingungen zu und ist es an der Zeit, die nächste Stufe der Entwicklung von Zen Demon einzuleiten, kann und muss der Invokationsritus von dem auserkorenen Esker-Mutanten durchgeführt werden. Der besondere Ort, an welchem der Ritus vollzogen wird ist dabei kein anderer als das „Auge von Caerim“, an welchem sich die Meridiane, die speisenden Pulse der Roten Welt, in einem einzigen, energiegeladenen Punkt durchkreuzen. Hier liegt das Auge der Großen Mutter, deren tausend Arme in alle Gefilde der Zeit reichen.

 

 

Schilderungen der Invokation

Schatten über Yith

 

"Geisterhaft zeichneten sich die Umrisse der fernen Gebirgszüge hinter den endlos sich ausdehnenden Gewässern ab und spiegelten sich flimmernd in denselben – alles umhüllt von der glimmenden aber dennoch kalten Atmosphäre dieses unwirklichen Ortes, den wir gemeinhin auch die Rote Welt nennen. Am Fuße der Caldera von Yith schien die Temperatur noch um ein Vielfaches geringer zu sein und der gespenstische Anblick der hiesigen Landschaft verstärkte diesen Eindruck wohl: Die Aschewüste erzählte von einer unbekannten Vergangenheit, von fegenden Feuern und brennenden Winden, die diesen Ort wohl einstmals beherrschten. Heute zeigte die Rote Welt nur mehr ihre dunkle Seite: Große Wassermassen hatten sich trotz der beklemmenden Kälte am Firmament von Yith gesammelt und hüllten alles in ein dunstiges Zwielicht. Schon bald würde ein roter Regen diesen Ort ertränken, der vielleicht tage- oder wochenlang anhalten würde.

 

Die Schatten über Yith verkündeten nichts Gutes und der pochende Schmerz, den ich seit Tagen in meinem linken Auge verspürte wohl auch nicht. Er hatte weniger penetrant vor einigen Monaten begonnen und sich seither stetig verschlimmert. Allmählich musste ich einsehen, dass mir das hiesige Klima immer mehr Schwierigkeiten bereitete. Aber es lag noch etwas Anderes in der Luft, etwas, das mir noch viel mehr Probleme bereiten würde: Etwas Schreckliches, das mich schon bald ereilen würde und von dem ich wusste, dass ich ihm nicht entkommen werde. Ein Grollen durchzuckte das Firmament über Yith, als mich ein unglaublich heftiger Schmerz überkam und mich in den Zustand der Ohnmacht zwang. Als ich wieder zu mir kam, dauerte es nur wenige Bruchteile von Sekunden bis ich registrierte, dass sich der Schmerz in meinem Auge noch immer bemerkbar machte. Meine Sicht war merkwürdig verschwommen und bei dem Versuch, meine Umgebung scharf zu stellen, versagte ich kläglich: Doppelbilder tanzten und zuckten und verschoben sich beklemmend ineinander. Unbeholfen kam ich auf die Beine und stolperte zum Spiegel, der im Korridor meines Appartements hing. Ich stützte mich mit beiden Händen an der Wand ab und ging so nah es mir möglich war an die Oberfläche des Spiegels heran, in der Hoffnung, ich würde einen Blick auf das erhaschen können, was mir die unsäglichen Schmerzen bereitete.

 

Es dauerte ein paar Minuten der inneren Anspannung, bis sich mein Puls beruhigt hatte und sich meine Sicht langsam zu klären begann. Meine Augen waren leicht gerötet und fühlten sich gereizt an, der pochende Schmerz war im Begriff sich zu beruhigen und ich schloss daraus, dass ich wohl unter einem schweren Migräneanfall gelitten haben musste. Meine Pupillen hatten sich um ein Vielfaches vergrößert und erschienen mir nun mehr wie zwei tiefe Abgründe, aus denen etwas Dunkles zu mir herblickte. Schmal umsäumt von einer tiefblauen Iris ähnelten sie einem tiefen Graben inmitten der See, wie ich sie noch aus irdischen Gefilden erinnerte. Während ich so vor mich hinsinnierte, noch immer abgestützt an der Wand und starrend in den Spiegel, erinnerte mich das unangenehme Klopfen hinter meinen Augen daran, dass die Migräne wohl kurz davor stand, ihre zweite Schmerzspitze zu erreichen. Instinktiv kniff ich die Augen zusammen und verkrampfte mich, in der Hoffnung, dies würde den Schmerz noch im Keim ersticken.

 

Die Doppelbilder kehrten zurück, machten mich schwindelig und initiierten eine weitere Schmerzexplosion in meinem Kopf als ich mir aufmerksam entgegensah: Meine Pupillen hatten sich verändert und ich sah die Welt durch ein Facett. Eine schreckliche Erkenntnis ereilte mich und spitze Klänge von grollendem Donner dröhnten durch die Wände als ich wirklich begriff, was mit mir geschehen war: Von nun an war ich gezeichnet. Sie würden mich aufspüren, vielleicht warten sie schon auf den einen Augenblick, in welchem sie zuschlagen und mich holen. Holen für ihren grausamen Ritus, dem ich schon bald zum Opfer fallen würde. Die Jagd hatte schon längt begonnen und zu diesem Zeitpunkt war ich der Gejagte. Bald brach die Erntezeit an.

 

Das Auge von Caerim starrte gen Himmelszelt und machte den Anschein als beschwöre es einen roten Regen, der schon bald vom Firmament fallen würde und alles in sich ertränken würde. Die Schatten, die vor einigen Wochen noch über Yith prangten, waren mir bis hierher gefolgt und hatten nicht einen Moment von mir abgelassen: Ich war gezeichnet und gefangen, aber ich habe mich verändert. Das Schicksal der Roten Welt lag jetzt in meiner Hand, denn ich hatte die Macht, alles zum Guten zu wenden, da ich selbst das Werkzeug zur endgültigen Erschaffung einer neuen Ära war. Eine neue Ära für die Ninaki, für Nehotpe, für Zen Demon. Ein uralter Instinkt führte mich und flößte mir nun beständig ein, was ich zu tun hatte.

 

Die lang ersehnte Zeit der Ernte war gekommen und das Pulsieren der Meridiane und des surreal anmutenden Knotenpunkts wirkten beruhigend und auf eine merkwürdig stille Art und Weise friedlich angesichts dessen, was als nächstes folgen würde. Ich war bereit, denn ich war das Gefäß, die Nahrung und das gesuchte Medium unter einigen Anderen, die jetzt an meiner Stelle hätten sein können. Ich war besonders und anders, da ich ihnen jetzt so ähnlich war. Ich sah durch ihre Augen – die Welt als ein Facett –  ihr dunkles Blut floss jetzt auch durch meine Adern und ihre bezahnten Fangarme waren nun auch Teil meines Körpers – ich hatte eine Metamorphose durchlebt, eine Zeit voller Schmerz und Angst, aber jetzt war ich hier. Ich war nun Teil beider Welten, zerrissen in zwei Teile – gespalten – bestehend aus zwei Hälften, die jedoch einfach nicht zueinander passen wollten. Und deswegen treffe ich diese Entscheidung. Für eine neue Ära, für die Ninaki, für Nehotpe, für Zen Demon.

 

Das Auge von Caerim pulsierte in einem silbrigen Schimmer als ich mich in dessen Zentrum hoch erhoben positionierte. Das war der besondere Moment, auf den ich so lange hingearbeitet hatte, meine Fügung, die mich nun führte. Der Ausstoß eines Lautes, der nichts mehr mit der Sprache gemein hatte, die ich zuvor gesprochen habe, gab den Ninaki das Signal sich nun bereit zu machen für den Invokationsritus, der folgen würde. Sie waren alle hier versammelt, ringförmig um mich herum angesiedelt, konzentrisch und wohl angeordnet. Ein Grollen und ein gespenstisches Summen durchraunte die Menge, als sie begannen, mit ihren Saugrüssel in das filigrane Adergeflecht der Roten Welt einzudringen, beinahe zärtlich, so, als verspürten sie dabei echte Emotionen.

 

Ich begab mich in meine vorgesehene Position und verband meinen Geist mit dem Auge von Caerim, ich ließ es in mich eindringen, ich war das Gefäß und die Nahrung, die die neue Ära speisen würde. Und ich spürte die wachsende Verbindung zu diesem glühenden Netz aus Energie und den neuronalen Konnexionen, die sich jetzt mit den meinigen synchronisierten. Und ich speiste die Ninaki, ich spürte mich selbst, wie ich sie nährte und ich sah wie meine eigenen Essenzen nun durch die feinen Äderchen bis hin zu jedem Einzelnen dieses fantastischen Kollektivs hinflossen. Ich speiste jeden Einzelnen von ihnen und das Auge von Caerim erwachte pulsierend unter mir und inmitten unserer Zusammenkunft: Einer gewaltigen Blüte glichen wir, die im Begriff war, zu erblühen.

 

Dies war die wahre Zeit der Ernte, da ich zur geistigen Nahrung derer geworden war, die mich so sehr brauchten. Ein Rütteln und Schütteln ging durch den Korpus der Roten Welt, ein Grollen türmte sich über uns auf und ein roter Regen fiel in Strömen auf uns herab – das ersehnte Wasser, das die junge Pflanze gedeihen lässt, die wir allesamt verkörperten. Aber der Regen war kalt, so kalt, dass er mir die Konzentration dermaßen erschwerte, da mich Bilder der Vergangenheit einholten – wer war ich gewesen? – und allmählich aus meinem Rausch rissen. Es durfte nicht sein, ich durfte nicht zurück, es gab kein zurück, keinen Ausweg. Die Verbindung durfte nicht abbrechen, nicht in diesem Augenblick, da Zen Demon im Begriff war, sich zu manifestieren.

 

Ich spürte die Kraft, aber etwas hielt mich zurück, durchfuhr mich in wellenförmigen Bewegungen – peristaltisch und krampfend – wie der Höhepunkt einer kosmischen Vereinigung, der meine Ratio blind machte. In Gedanken irrte ich, doch ich spürte die Ankunft der Ninaki im Geiste der Großen Mutter Nehotpe, sie waren im Begriff zu verschmelzen: Eine fantastische Symbiose, die jeden Moment vollends erwachen würde.

 

Ich klammerte mich schmerzhaft an meine Konzentration und an meinen Willen, den Ritus zu vollenden. Für eine neue Ära, für die Ninaki, für Nehotpe, für Zen Demon. Aber meine Lebenskraft schwand aus meinen Gliedern, aus meinem Körper, aus meinem Geiste. Ich würde das Programm zum Absturz bringen – tat ich das Richtige? Wer war ich gewesen? Habe ich die richtige Entscheidung getroffen? War ich nicht einstmals Mensch gewesen? Nun mehr eine surreale Vereinigung zweier Naturen, die nicht zueinander passen. Das Schicksal, die Fäden, ich halte sie in meinen Händen. Ich werde sterben und was ich hinterlasse ist nichts anderes als der Tod aller, denen ich einmal ähnlich gewesen bin. Vielleicht ist es besser so, aber vielleicht kann ich die Fügung abwenden, die Täuschung zersplittern, der ich unterliege. Ich wache nicht, ich träume nicht – woher kann ich die Wahrheit kennen? Wer sagt mir, welcher der richtige Weg ist? Keine Wege, nur Irrwege, auf denen ich ununterbrochen wandele.

 

Zuckende, rote Blitze rissen mich aus meinen kreisenden Gedanken, ich war noch immer verbunden und Zentrum des Ritus, der schon bald die nächste Stufe erreichen würde. Ich war zerrissen, gespalten. Etwas in meinem Geiste war erwacht, da es lange geschlafen hatte: Zwei Welten, zwei Seelen, zwei Wege, aber nur eine Entscheidung. Mit dieser quälenden Erkenntnis überkam mich eine beklemmende Schwere, eine Schwärze, die mir allmählich das Sichtvermögen nahm und mich zurückließ in einem farblosen Abgrund, der nur größer und größer wurde – wie das Auge in das ich einst blickte und meine Wahrheit erkennen musste. Ich hatte ihnen den Dienst versagt. Zen Demon würde endgültig in sich zerfallen, das Programm würde sich selbst zerstören, bevor es die Gelegenheit hätte, sich weiterzuentwickeln. Gleichgültig darüber, was nun geschehen würde, ließ ich mich von der betäubenden Schwärze umhüllen: Ich fiel und fiel und fiel durch sie hindurch, unwissend darüber, ob dieser Zustand jemals enden würde.

 

Wer ich gewesen bin, hatte ich längst vergessen. Noch immer schwebend im Nichts folgte ich nun gedankenverloren einem gleißenden Lichtpunkt, der sich vor meinem inneren Auge hin und her bewegte. Ich erkannte, dass er sich vergrößerte und eindeutiger wurde, nach und nach eine Form annahm, die ich nicht zuordnen konnte. Weder schlafend noch wachend durchfuhr mich der Lichtpunkt und trug mich zurück an einen merkwürdigen Ort, dessen Kälte durch meine Glieder fuhr und das Blut in meinen Adern beinahe gefror. Ich war Teil dieser riesigen Blüte, dieses kollektiven Geistes, der einen Ausdruck gefunden hatte. Ich war größer als mein einstmaliger Körper, ich war jemand anderes geworden. Ich spürte mein übermächtiges und dennoch zerstörerisches Potential und meine kosmische Disposition, meine Nervenbahnen reichten weit, bis in die kleinsten Kapillaren dieses Daseins und bis hinein in die unbedeutenden Seelen derer, die mich angerufen hatten und bis in den Körper desjenigen, der die Brücke zwischen den zwei Welten bildet.

 

In meinem Dasein spiegelt sich die ganze Welt und all die Wege, die gegangen werden mussten, um diesen einen Zeitpunkt herbeizuführen. Und sie alle wissen, wer ich bin, denn sie alle sind ein Teil von mir – viele kleine Bruchstücke, die das große Ganze ergeben, die stoffliche Welt, die ich als ihre Schöpferin für uns erschaffen werde und die erblühen wird in vollem Glanze."

 

 

Kreaturen, Gewächse und geografische Besonderheiten

der Roten Welt "Zen Demon"

 

Avery Desai

 

Die "Avery Desai" bevölkern die tiefseeischen Bereiche der roten Meere und profitieren in Gemeinschaft von einer hohen, kollektiven Intelligenz; sie kommunizieren mittels einer Sprache, die auf Klicklauten basiert und nur über kurze Entfernungen genutzt wird. Avery Desai sind grundsätzlich Einzelgänger und schließen sich nur zeitweise mit anderen Individuen ihrer Art zusammen; der Grund für dieses unvorhersehbare Verhalten ist das Programm "Zen Demon", welches mit dem Verhalten der Avery Desai ein eigennütziges, evolutionäres Ziel verfolgt, das zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar ist.

 

Im Kontakt mit anderen, bedrohlichen Lebensformen zeigen Avery Desai oft ein aggressives Verhalten und präsentieren in einer eindrucksvollen Aufbäumung ihre doppelten Zahnreihen, um das Gegenüber einzuschüchtern. Ähnlich wie irdische Haie sind Avery Desai Karnivoren und ernähren sich hauptsächlich von kleineren, im Wasser lebenden Arten. Im sozialen Zusammenschluss profitieren sie manchmal von ihrer kollektiven Intelligenz und sind dann auch in der Lage, größere Lebensformen erfolgreich zu attackieren.

 

Ausgewachsene Avery Desai erreichen eine Körperlänge von bis zu 50 Metern und besitzen eine weißlich-blasse Körperfärbung. Ihre Körperoberseite ist durch einen gleichfarbigen Hornplatten-Panzer verstärkt mittels welchem die Avery Desai durch Lumineszenz Signale aussenden können. Biologisch entsprechen die Avery Desai weder den Säugern, noch den Fischen - sie bilden ein Kombinationsstadium aus beiden Gruppen und besitzen sowohl ein lungenartiges Organ als auch Kiemen zur Atmung. Eine weitere Besonderheit ist das Fehlen von Augen, das durch ein lichtempfindliches Seitenlinienorgan ausgeglichen wird - spezielle Sensoren ermöglichen den Avery Desai eine schemenhafte Rundum-Sicht, die vor allem während der Jagd von Vorteil sein kann.

 

Zu den natürlichen Feinden der Avery Desai zählen vor allem „Vanlaere“, die "schwarzen Schlangen". Sie tauchen äußerst selten auf, weshalb sie nicht ausführlich katalogisiert worden sind. Ihre Existenz wird als höchst instabil eingestuft und einer Unregelmäßigkeit innerhalb des Programms "Zen Demon" zugeschrieben. Vanlaere sind so schwarz, dass sie in der Tiefe der See nahezu unsichtbar sind, nur ein störbildähnliches Rauschen, das ihre Erscheinung manchmal durchzuckt, kann sie verraten. Sie absorbieren ihre Beute durch vollständiges Verschlingen dieser.

Zu der natürlichen Beute der Avery Desai zählen die kleineren und ebenfalls im Wasser lebenden Arten. Dazu gehören vor allem fischartige Lebensformen, quallenartige Weichtiere und seltener auch größere, reptiloide Arten wie "Ciphery", ebenfalls bekannt als "das große Wasserpferd". Dieses reptilienartige Wesen lebt vereinzelt und taucht regelmäßig bis zum Grund der See hinab, um am Grund seine Eier abzulegen; dort fällt es dann vereinzelt einem Zusammenschluss von Avery Desai zum Opfer.

 

 

Dydx

 

Dydx sind kleine, kaum wahrnehmbare aber dennoch sichtbare Anomalien, die in den unterirdischen Gefilden der Roten Welt auftreten. Bei den Anomalien handelt es sich um eine intelligente Form von Geistwesen, die durch eine temporäre Instabilität des Programms Zen Demon hervorgerufen werden und als natürliche Stabilisatoren von Raumzeit-Rissen fungieren. Dydx treten als kleine, nebelschwadenartige Schatten in Erscheinung und verflüchtigen sich rasch. Auf Stimmen reagieren sie interessiert mit Bewegung zur Stimmquelle hin. Ihr nicht-stofflicher Korpus erzeugt bei Körperkontakt eine tiefe Entspannung der muskulären und mentalen Strukturen.

 


Balcmauh, der Traumfresser

 

„Balcmauh“ ist womöglich einer der Untergebenen der Geistergottheit Nehotpe. Auch bekannt als „Traumfresser“ wandelt er durch die Träume intelligenter Individuen um sich an deren Energie zu laben. Dadurch ist er im Besitz der Fähigkeit, von Körper zu Körper zu wandern und sich ungehindert auszubreiten - ist die Energie seines Wirts vollständig resorbiert, so stirbt dieser und Balcmauh ergreift Besitz von einem neuen Wirt. Wie ein Virus befällt Balcmauh auf diese Art den Geist derer, die ihm Einlass gebieten. Der Traumfresser stammt womöglich aus einer nicht-stofflichen Hinterkammer Zen Demons. Nachdem er von Nehotpe instrumentalisiert wurde, besteht seine einzige Aufgabe im Generieren von Energie; diese aufgenommene Energie fließt auf direktem Weg in den Avus und speist die Manifestation der Großen Mutter Nehotpe.

 


Vuzle Dythaun

 

Die Avus-Wespe ist in den Gegenden um die Meridiane und um den Knotenpunkt des Avus der Roten Welt weit verbreitet. Sie ähnelt optisch sehr stark einer irdischen Libelle, misst eine Körperlänge von etwa 18-20 Zentimetern und ernährt sich ausschließlich vom fließenden Avus-Strom. Ihr transparentes Exoskelett offenbart die darunter liegenden, silbrig schimmernden Leitbahnen, die den Körper wie ein feines Netz durchziehen. Avus-Wespen sind frühzeitig von Menschen domestiziert und weiter gezüchtet worden, da ihr Gift als Impfstoff gegen mentale Angriffe durch Balcmauh oder anderen Viren eingesetzt wird. Die Impfung wird mit der Übersiedlung in die Rote Welt ritualisiert durchgeführt und im Verlauf alle acht bis 10 Jahre aufgefrischt. Da das Gift der Avus-Wespe die reine Substanz des Energiestroms beinhaltet, verbindet es den geimpften Organismus energetisch und auf Quantenebene mit Zen Demon, sodass eine Stabilisierung des seelischen Immunsystems erreicht wird.

 

Diese Stabilisierung erschwert es Balcmauh, sich in einen geimpften Wirt einzunisten. Die Impfung birgt keinerlei Risiken, Nebenwirkungen sind unwahrscheinlich. Es wird vermutet, dass die Impfung und damit erfolgende „Synchronisation“ mit Zen Demon die Entstehung von Esker-Mutationen bewirken oder zumindest begünstigen könnte. Die Stärkung des seelischen Immunsystems wird außerdem mittels anderer Techniken erprobt, beispielsweise durch die Praxis des luziden Träumens. Auch einige Lebensmittel, die mit reiner Avus-Energie angereichert sind, könnten zu einem erhöhten Schutz beitragen und werden diesbezüglich weiter untersucht.

 


Die Eismaare der Roten Welt

 

Das nördliche Festland der Roten Welt ist weitgehend geprägt von vulkanischen Landschaften. Weitläufig bedeckt von schwarzem Lava- und Aschegestein und stellenweise eindrucksvoll durchbrochen von mehreren Eismaaren, stellt dieses Gebiet der Roten Welt eine besondere und schützenswerte Sehenswürdigkeit dar.

Der Mondsee Vjsetr entspricht einem vulkanischen Eismaar mit beinahe kreisrunder Form. Ursprünglich ganz und gar kreisrund anmutend prangt gegenwärtig am nord-östlichen Saum Vjsetrs Istoth Dorna, eine Anomalie, die die Rote mit der irdischen Welt verbindet. Mandelförmig pulsierend unterbricht sie die kreisrunde Form des Maares und lässt dieses aus der Vogelperspektive einem silbrigen Halbmond ähneln. Vjsetr misst einen ungefähren Durchmesser von 280 Metern und ist damit das größte Eismaar der Roten Welt.

Kjasetr, das Tiefmeer. Schon aus der Ferne vernehmen wir ein unmissverständliches Rauschen, das sich nun vor unseren Augen in einen brodelnden Kessel inmitten einer ungleichmäßig geformten Caldera verwandelt. Langsam steigt heißes Gas an die Oberfläche der dunkel und zähflüssig anmutenden Flüssigkeit. Inmitten des von Eis bedeckten Vulkankraters erinnert uns Kjasetr an eine gluckernde Pechgrube - jederzeit imstande unberechenbare Mengen der teerartigen Flüssigkeit in die Atmosphäre zu schleudern.

Thulabatr, die Wiege der Nuyn. Einen sehr flachen, vulkanischen Kegel ausfüllend, mutet Thulabatr eher an, wie ein flacher, weitläufiger See. Ruhig und transparent liegen die Wassermassen in einem rauen Bett aus Eis und schroffen Vulkangestein. Seltsames Moos und andere Kriechpflanzen, Flechten und Pilze bewuchern ausgewählte Nischen der Uferregion. Uns allen liefen Schauder über den Rücken, so als seien die Nuyn beständig anwesend - vielleicht beobachten ihre Blicke uns und jeden Schritt den wir tun.

Njunetr, das Blutmeer. Die Witterung hat hier dazu beigetragen, dass Njunetr kleine Ausläufer bildet, die in flache Wasseransammlungen münden. Verschiedene Algensorten haben sich hier ausgebreitet und färben das gesamte Blutmeer tiefrot. Wie tiefe Kratzspuren auf dem Rücken einer mit Seepocken übersäten Panzerechse muten die feinen Rinnsale und ausladenden Wasserlachen an. In einigen dieser Ausläuferlachen entdecken wir außergewöhnliche molchartige Lurche, die aufgrund ihrer transparenten Körper kaum mit dem Auge auszumachen sind. Sie scheinen einer wechselwarmen Lebensform zu ähneln und verfärben sich bei Berührung tief schwarz. Wir bezeichnen sie im Eifer des Entdeckens daher als „Venta-Lotl“.

Znirjr, den Drachen. Das womöglich kleinste, jemals gemessene Maar mag Znirjr sein, dessen Durchmesser eine durchschnittliche menschliche Körperlänge nicht überschreitet. Ähnlich einem zischenden Geysir, formt Znirjr eine tiefe Röhre, aus der beständig Dampf an die vereiste Oberfläche austritt. Seltsames Gestein und kristallisiertes Mineral entdecken wir am Rand des Maares - es weist keine bekannte Struktur auf oder ähnelt in irgendeiner anderen Art und Weise den uns bekannten irdischen Mineralien. Es erinnert uns eher an pflanzliches Material, das verhärtet und doch organisch anmutet. Mit einer Kanüle gelingt es uns, geleeartiges Material aus dem Inneren des kristallisierten Minerals zu entnehmen - höchst beeindruckt stellen wir fest, dass sich dieses Gelee an der Luft stark erhitzt und als Wärmequelle dient.

Die Zwillingsmaare Nesqr und Novr, die Augen der Mutter. Wesentlich abweichend und ungewöhnlich im Vergleich zu den anderen Eismaaren, erstreckt sich die spröde und vulkanische Felslandschaft um die zwei Eisscheiben herum. Nesqr und Novr sind vollständig zugefroren, nicht aber umgeben von Eis - wie zwei weiße Augen auf dunklem Grund blicken sie in Richtung des endlosen und sternenlosen Alls der Roten Welt. Wir entscheiden, hier länger zu verweilen, um weitere Untersuchungen anzustellen. Es stellt sich heraus, dass beide Maare eine unterirdische Verbindung miteinander vorweisen, die in ein unterirdisch gelegenes Höhlensystem führt. Uns ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar, wie weitläufig sich das Höhlensystem in die Gesteinsschichten hinein erstreckt, wohl aber, dass es ein uns unvorstellbares Ausmaß besitzen muss - es ist so, als würden unsere Echos noch immer dort widerhallen und die eigentliche Tiefe dieses unterirdischen Hohlraums offenbaren.

Vjsetr, der Mondsee. Besonders beeindruckend empfinden wir die beinahe perfekte kreisrunde Form des Mondsees. Auch Vjsetr ist vollständig zugefroren und liegt hell und schimmernd in einem schwarz-grauen Bett aus abgekühlten Lavamassen. Wir registrieren hier völlige Windstille und ein leises Summen, dessen Herkunft wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausfindig machen können. Mit einem Durchmesser von ungefähr 280 Metern können wir Vjsetr als größtes Maar identifizieren. Am nord-östlichen Ufersaum entdecken wir etwas Ungewöhnliches - pulsierend und wabernd liegt dort etwas, das wir nicht richtig beschreiben können. Zuverlässig melden unsere Detektoren das Vorhandensein einer ungewöhnlich großen Anomalie, die die Ausmaße der künstlich erzeugten Einstein-Rosenbrücke im Verwaltungszentrum weit übersteigt.

 

Wir können uns nicht erklären, aus welchen Gründen diese, neuartige Anomalie entstanden ist. Mit bloßen Augen beobachten wir mehrere Dydx-Schwärme, die den flimmernden Hohlraum zwischen Uferwand und Eismasse emsig ausloten. Wir vermuten, dass die Anomalie durch eine Instabilität des Programms Zen Demon ausgelöst wird, können dies aber nicht eindeutig bestätigen. Mehrere unserer Messgeräte versagen im Umkreis der Anomalie und sind daher für uns unbrauchbar. Es ist nicht ersichtlich, wohin die Anomalie führt, welche Punkte sie miteinander verbindet und weshalb. Wir sind kurz davor unseren Verstand zu verlieren, als plötzlich eine holographische Version unserer Expeditionsmitglieder im Greisenalter der Anomalie entspringt um daraufhin wieder zu verblassen. Wir können nicht ahnen, welche Konsequenzen das Auftreten der Anomalie für die Zuflucht der Menschen bedeutet - nicht ansatzweise ahnen wir, wozu das Programm Zen Demon noch fähig ist und beginnen mit der Erforschung der Anomalie noch am nächsten Tag.

 

 

Wucherungen

 

Anomalien in Form von gewucherten Einstein-Rosenbrücken sind eine Folge der Synchronisation der Roten Welt mit dem Raumzeit-Kontinuum der Erde. „Balcmauh“, auch bekannt als „Traumfresser“ wandelt durch die Träume intelligenter Individuen um sich an deren Energie zu laben. Dadurch ist er im Besitz der Fähigkeit, von Körper zu Körper zu wandern und sich ungehindert auszubreiten - ist die Energie seines Wirts vollständig resorbiert, so stirbt dieser und Balcmauh ergreift Besitz von einem neuen Wirt.

 

Der Traumfresser stammt womöglich aus einer nicht-stofflichen Hinterkammer Zen Demons. Durch die Träume seiner Wirte bewegt er sich durch die nicht-manifesten Abbilder der Erde, um geeignete Synchronisationspunkte ausfindig zu machen. Durch diese schlüpft er unbemerkt hindurch und erzeugt Einstein-Rosenbrücken, die einen Verbindungspunkt in der Roten Welt erzeugen. Sein Ziel ist es, eine vollständige Synchronisation der Roten Welt mit der Erde zu erzeugen, sodass die Rote Welt sich im Raum-Zeit-Kontinuum der Erde manifestieren kann.

 

Problematisch ist, dass der Prozess zeitlich nicht kontrolliert werden kann und die Synchronisation somit zu einer Gefahr für die menschliche Zivilisation werden kann. Sollte die Synchronisation zu früh erfolgen, könnte das auch einen Zusammenbruch des Programms Zen Demon bedeuten. Dass Balcmauh ausgerechnet einen menschlichen Wirt benötigt, um beide Welten zu synchronisieren, ist ein Problem, das bei der Programmierung von Zen Demon nicht beabsichtigt wurde.

 


Nuyn

 

Nuyn sind nachtmahrartige Geschöpfe, die in einigen Erzählungen vorkommen, die sich um die Entstehung der Roten Welt ranken und oft als Kinderschreck und Horrorfiguren gelten.

 


Umbee, der Glühkelch

 

Zen Demons raue Landschaft und Umgebung verwandelt sich alljährlich in ein farbenfrohes Meer aus Lichtspielen und irisierenden Auroren, wenn die Pollen der Umbee-Pflanze vom Wind weit über die Ebenen und Flächen getragen werden. Die Umbee-Pflanze wird auch „Glühkelch“ genannt, da sie in direkter Verbindung zu den Energien der Meridiane steht, von denen sie sich speist und aufgrund dessen große, lumineszierende Blüten ausprägt. Die Energie konzentriert sich charakteristischerweise in diesen gläsernen, kelchartigen Blüten der Pflanze, in welchen auch der Pollen heranreift. Trennt sich der Pollen von der Pflanze, enthält er noch etwa zwei Drittel der zuvor aufgenommenen Avus-Energie. Die winzig kleinen Pollenpartikel, die dann durch die Lüfte getragen werden, irisieren aufgrund ihres Energiegehalts und verursachen das warme und äußerst ästhetisch anzusehende „Glühen“ und „Glimmen“ ganzer Atmosphärenbereiche Zen Demons.

 

 

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Vjsetr
Geschichte der Eismaare
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Blüte einer neuen Ära
Geschichte der Geistergottheit Nehotpe
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Puls der Roten Welt
Geschichte des Avus und der gefräßigen Mutter
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Pfade des Traumfressers
Geschichte des Traumfressers
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