Zum Thema Ordnung fällt mir heute ein, dass ich immer wieder fasziniert bin von der Ordnung der Natur. Sei es im Wald, auf der Wiese oder an der See. Die Natur hat ihren ganz eigenen Rhythmus des Aufräumens und Ordnens. Der Wind verweht das alte Laub, moosige Ranken erklimmen und schmücken die Bäume, die Flut spült neuen Sand heran und der Schnee legt sich wie eine Decke über den kargen Winterboden.
Auf den ersten Blick scheint ein großes Durcheinander zu herrschen. Zarte grüne Halme strecken sich quer durcheinander, mal schräg, mal gerade und ohne sich für Geometrie oder den perfekten goldenen Schnitt zu interessieren. Sie sind einfach, wie sie sind. Zufällig verstreut und doch so angeordnet, als hätte jedes Hälmchen, jeder Spross seinen ganz eigenen Platz von der Natur zugewiesen bekommen.
In der Ordnung des vermeintlichen Chaos sehe ich kleine und große Welten, Mikrolandschaften und Kunstwerke. Eine große Stille, die hinter der Welt der Erscheinungen ruht.
