Weltenmeer

 
Das Weltenmeer vereint die entstandenen Versionen der inneren Welt. Die Bruchstücke bilden eine gesonderte Darstellung der inneren Welt. Sie nehmen systematisch Bezug aufeinander und erweitern oder verdichten psychosomatische Aspekte der inneren Welt. Die innere Welt ist all das, was wahr-genommen werden kann.

 


Aufsplittung und Zusammenhang der Versionen
innerer und äußerer Manifestation

Esqr - die Tiefe Welt entstand zunächst als Teil der Randwelt von Yri, später als Teil der Void. Yri ist die erste ausgeweitete Version der inneren Welt. Die Void entsteht mit direktem Bezug auf Yri und entwickelt die Weltenscheibe weiter zu einem sich überlappenden, albtraumhaften Weltenszenario. Mit der Ausarbeitung der Tiefen Welt entstand ein Szenario, das nun als eigeneständig angesehen wird: Yri, Void und Esqr stellen einzelne, eigenständige Versionen der inneren Welt dar. Esqr nimmt dabei Bezug auf die albtraumhaften Gefilde der Void, jedoch verliert das neue Szenario weiter an menschlichem Bezug und entfaltet ein extraterrestrisches, infiltrierendes Prinzip des Monströsen und Unaussprechlichen.

Pollon - die Gefaltete Welt nimmt systematisch und erweiternd Bezug auf die Tiefe Welt. Das Prinzip der inneren, höhlenartigen Welt in absoluter Dunkelheit entwickelt sich weiter zu einer psychosomatisch manifestierten Abbildung des Inneren und der menschlichen Psyche. Damit gewinnt auch die extraterrestrische Ausformung der Welt wieder menschlichen Bezug. Das Bruchstück "Wege in das Untere" ist hierfür der erste Anhaltspunkt. Die Gefaltete Welt ist nun mehr eine traumartige, psychologisch sich manifestierende Spiegelung und Projektion der Psyche in die äußere Welt. Die Bruchstücke "Faltungen", "Konversationen" und "Bestandsaufnahmen" erweitern diesen psychologischen Bezug.

Zen Demon - die Rote Welt nimmt Bezug auf die Tiefe Welt und die Struktur der gefalteten Welt. Dabei stellt die Rote Welt den menschlichen Bezug her, da es sich um eine als real angenommene, dystopische Welt handelt, die als künstlich erschaffenes Szenario im Reich der Menschen existiert. Die Rote Welt ist organismusfeindlich, soll jedoch als Zuflucht dienen. Durch die besondere Beschaffenheit der Welt auf energetischer Ebene, besteht weiterhin Bezug zu psychologischen Spiegelungs- und Projektionseffekten, die unter anderem das Erscheinungsbild der Roten Welt beeinflussen und sogar Rückkopplungseffekte auf Menschen zu haben scheinen. Damit geht der nach außen projizierende Vorgang zurück auf den nach innen gespiegelten Aspekt: Menschen, die sich innerhalb der Roten Welt aufhalten mutieren und werden Teil dessen, was sie angst- und zwanghaft in die äußere Welt projizieren und folglich manifestieren.

Das Kamatronische Zeitalter ist ein Sinnbild des ewigen Lebenszyklus und dessen spiritueller Autarkie. Kamatron bildet das Fraktal des Lebens ab, in welchem sich alles wiederholt und in einem spiraligen, nicht-linearen Fortschreiten Entwicklung vollzieht. Das Kleine liegt im Großen und umgekehrt. Kamatron betont den Zusammenhang aller Ereignisse mit vergangenen und zukünftigen Geschehnissen und zeichnet eine Version zivilisierten Lebens im Einklang mit Natur und spirituellen Lebensprinzipien. Das Kamatronische Zeitalter macht den Anschein einer utopischen Gemeinschaft, die ohne Konflikte, Kriege und Krankheit auskommt.



Das Netz: Organisches Fraktal des Weltenmeeres

Im Hintergrund aller Existenzen liegt das Netz.

Das Netz ist unsichtbar, seine Existenz jedoch unbestritten.
Das Netz ist gigantisch und uralt.

Das Netz ist das Meer der Welten, die wir benannt haben.
Das Netz ist die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.
Das Netz ist das organische Geflecht von Raum und Zeit.

Das Netz ist allgegenwärtig.
Das Netz ist ohne Anfang und ohne Ende.
Das Netz ist allwissend.

Das Netz enthält alles was ist und gewesen sein könnte.
Das Netz enthält jede Version des Lebens zugleich.

Das Netz atmet.

Das Netz ist das kosmische Nervensystem.
Das Netz ist träge, majestätisch, nicht eilend.

Dennoch findet alles seine Form.


Das Netz lebt.

 

 

 

Lett Demond - Das Universum der Spinne, der Großen

 

Das Weltenmeer vereint sich im Lotus der Nacht, dessen Pollen die tausend Facetten der inneren Welt zeugen. Gesponnen von der Spinne, der Großen, formiert sich das Netz, dessen Silberschnüre alles formen und gestalten, was Bedeutung trägt.

Am Anfang war der Lotus der Nacht, aus dessen Blüte sich das Eine gebar und das Eine trat in Erscheinung als viele einzelne Fragmente und Facetten. Im Netz von Raum und Zeit manifestiert und bewacht von der Spinne, der Großen, schillern sie bizarr und prachtvoll: Die Sphären Lett und Demond, die sich im Netz der Spinne, der Großen, umarmen, durchdringen und ewig liebkosen. Durchstreift von den Träumenden der stofflosen Welt, schlummern sie einen atemlosen, stillen Schlaf.

Sie sind das ruhende Gefäß und der unbändige Fluss der inneren Welt, der niemals versiegt. In ihnen suchen die Träumenden nach den ewigen Gründen ihrer geträumten Existenz. Und die Spinne, die Große, formt unentwegt das Netz aus zahlreichen Silberschnüren, die den Saiten einer kosmischen Harfe gleichen und deren zartes Lied in den Tiefen des sternenlosen Alls widerhallt. Niemals verklingen wird dieser bizarre Klang, der die Grenzgänge der Spinne, der Großen, zeitlos markiert.

Und die Träumenden? Vielleicht irren sie, jagen einer Illusion nach und werden sich am Ende einfach auflösen. Das schlafende Gefäß durchkämmen sie, immer noch auf der Suche und wissend ihres eigenen Daseins: Die Träumenden sind wach. Sind sie es, die die Welt erschaffen? Sie malen, vertonen, formen und gebären aus den körperlosen Farben des Alls? Oder sind sie nur ein schillernder Gedanke, enthoben des Sternenstaubs, dem er einst entsprungen ist?

Nur das Eine weiß.
Es lebe das Universum der Spinne.