Tiefe Welt

 

Der erste Eintrag des Offenbarungsbuch des Tharcs berichtet von einer einstürzenden Welt. Eine Welt, die in unendlich viele Scherben zersplittert, um daraufhin im Nichts und in der unendlichen Leere des interstellaren Raumes zu verschwinden.

Esqr auch bekannt als „die Ära im Stein“ oder „die tiefe Stadt“, ist Teil der irdischen Welt und liegt weit unter- sowie innerhalb der festen Erdkruste und – je nach Temperatur und Härte des Gesteins – in verschiedenen Bereichen des oberen Erdmantels. Esqr ähnelt dabei einem riesigen – unterirdisch angelegten – Gefüge aus Kammern, Gewölben, Gängen, Schächten und Tunneln, welche allesamt miteinander vernetzt sind. Eine Verbindung zwischen der irdischen Oberfläche und den tiefer liegenden Schichten ist rein theoretisch möglich, bisher aber nicht nachweislich entdeckt oder gar lokalisiert worden. Diese Tatsache ist auch als Grund anzuführen, weshalb „die Ära im Stein“ von den menschlichen Bewohnern der irdischen Welt eher als Mythos verstanden wird.

Esqr war nicht immer Teil der bekannten Welt. Durch eine verheerende Katastrophe in der Heimatwelt der Esqr, die zum Zerfall jener Welt beitrug, wurden Teile dieser Welt in den Weltraum hinausgeschleudert und fanden schließlich einen Weg in das uns heute bekannte Sonnensystem. Nicht umsonst berichtet das Offenbarungsbuch des Tharc von einer einstürzenden Welt, die durch die Ewigkeit fällt: Das extraterrestrische Bruchstück, das auf die Vor-Erde einschlug beherbergte in sich einige verbliebene und unversehrte, verkapselte Puppen, die im Stein konserviert überdauerten und aus denen sich viele Milliarden Jahre später die vollentwickelten Geschöpfe entwickelten. Die Esqr siedelten von da an im inneren des Gesteins, in welches sie einst eingeschlossen wurden – die Ära im Stein war geboren und bleibt bis heute offiziell unentdeckt.

Natürlicherweise sind die Esqr im Besitz einer sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit für Meridiane und Energieströme, aus denen sie auch einen Teil ihrer Lebenskraft ziehen. Anhand der Verläufe irdischer Leylinien, welche mit gefertigten, speziellen Kristallen verstärkt und konzentriert werden, orientieren sie daher die Ausrichtung und Anlegung ihrer unterirdischen Bauten und breiten sich somit prinzipiell über den gesamten irdischen Globus aus, wobei diese Ausbreitung nicht flächendeckend zu verstehen ist.

 

Das Ökosystem Esqrs ähnelt den bekannten und bereits erforschten Höhlensystemen der irdischen Welt. Die Lage der esqrschen Kammersysteme führt allerdings zu teilweise enormen Unterschieden der Temperatur, weshalb sowohl sehr hohe als auch sehr niedrige Temperaturen vorkommen, die durch ein architektonisches Zirkulationssystem ausgeglichen werden. In Esqr herrschen darüber hinaus kein offensichtlicher Tag- und Nachtzyklus sowie keine unterscheidbaren Jahreszeiten oder andere messbare Zyklen, an denen sich das Leben nachweislich orientiert. Da die Esqr einen Superorganismus bilden, orientiert sich der Fortgang des Lebens ihres kollektiven Bewusstseins, welches die aktiven und Ruhephasen reguliert.

 

Die Pflanzen- und Tierwelt der „tiefen Stadt“ unterscheidet sich – bedingt durch die teilweise sehr einseitigen und extremen Lebensräume, sowie durch die Abgeschnittenheit zur Oberfläche – in großen Teilen von der irdisch bekannten Artenvielfalt. Die Vegetation sowie auch die Fauna zeugen hierbei oftmals von fluoreszierender Pracht und ähneln im Allgemeinen der Flora und Fauna irdisch bekannter Tiefseeabschnitte, da auch im Gestein absolute Dunkelheit vorherrscht. Sehr kalte oder heiße Regionen der „tiefen Stadt“ sind bis auf sehr wenige und seltene Ausnahmen gar nicht von irdischen Lebewesen besiedelt.

Esqr ist neben der unübersehbaren Präsenz von Stein und Fels außerdem durchzogen von zahlreichen schmalen Wasseradern und auslaufenden Gewässern bis hin zu riesigen unterirdischen Seen, die teilweise eine große, wirtschaftliche und ideelle Bedeutung für die gesamte Kultur einnehmen. Einfache, wurmartige Lebewesen sowie lurchartige Land- und Wasserbewohner sind die vorrangig vertreten Lebensformen und bilden eine einfache Nahrungskette, welche der irdisch bekannten ähnelt. Die Spitze der Nahrungskette bilden dabei die Esqr selbst sowie die großen, jedoch selten vorkommenden „Leviathane“, welche wurmartige, karnivore Raubinsekten beschreiben, die an Land sowie im Wasser vorkommen können und sich mittels ihrer ausgeprägten Mundwerkzeuge sogar durch äußerst harte Erd- und Steinschichten bohren können.

Das gesamte Gestein, das die „tiefe Stadt“ durchzieht, umgibt und umhüllt ist mit Energien angereichert, die von den irdischen Leylinien mittels angefertigter Kristalle verstärkt und konzentriert werden. Besucher der „tiefen Stadt“ empfinden den Kontakt mit dem unterirdischen Gestein womöglich als „belebend“. Irrtümlicherweise wird das Gestein auch für lebendig gehalten, da es eine pulsierende, oftmals warme Aura ausstrahlt, welche allerdings durch die Ley-Energien verursacht wird und aus keiner messbaren organischen Lebendigkeit resultiert. Das globale Ley-Netz, das innerhalb der „tiefen Stadt“ besonders wahrnehmbar ist, kann dennoch als eine Art Präsenz bezeichnet werden, die auch von einer gewissen kosmischen Intelligenz zeugt. Ob die Bezeichnungen „übernatürliches Wesen“ oder „Gottheit“ hier zutreffen ist allerdings eher fragwürdig und umstritten.

 


Spezies

 

Ähnlich den irdischen Insekten, stelle man sich die extraterrestrischen Esqr als etwa kindsgroße ameisen- und mantisartige, omnivore Insektoide vor. Vier Standbeine, zwei ausgeprägte Fangarme sowie vier weitere Mandibel sind paarweise am Körper sowie am Kopf angeordnet. Komplexe Facettenaugen ermöglichen differenziertes, farbiges Sehen. Das Königinnentier eines Staates ist zudem im Besitz eines Flügelpaares; ihr Körper ist ungleich größer als der der Arbeitertiere. Allen Tieren ist jedoch die blasse, weißliche Färbung ihres Exoskeletts, die im Dunklen leicht schimmert, eigen. Wie sich die Art der Esqr in ihrer ehemaligen Heimatwelt evolutionär entwickelt hat, ist nicht bekannt.

 

Allesamt siedeln sie innerhalb bizarrer ‚Nestknoten’, genannt Ghja’ceer, welche durch Tunnelkonstruktionen miteinander vernetzt sind. Die Ghja’ceer und ihre Vernetzung untereinander bilden in ihrer Gesamtheit den Großen Staat, ebenfalls genannt Esqr. Esqr gleicht dabei einer riesigen unterirdischen Stadt und wird gemeinhin auch als ‚die Ära im Stein’ bezeichnet.

 

Die Verständigung der Esqr untereinander verläuft mittels einer besonderen Kombination aus Gebärdensprache, Klick-, Knack-, Brumm- und Zischlauten, wobei darüber hinaus eine differenzierte lautbasierte Schriftform existiert, die es den Esqr erlaubt, Gesprochenes zu fixieren.

 

Die Ernährung der Esqr besteht aus kleineren Insekten und Spinnentieren, selten auch aus Würmern und Nagetieren, welche unterhalb der Oberfläche und im Erdreich vorkommen. Oft und gerne werden auch die reich vorkommenden lumineszierenden Schleimpilze, die Bhac’tar, verzehrt, welche jedoch in erster Linie als mobile Lichtquelle gezüchtet und gehalten werden. Wasser wird in Form von kleinen Wasseransammlungen in natürlich vorkommenden Aushöhlungen im Erdboden gewonnen, gefiltert und verzehrt.

 

 

Staat

 

Die Esqr leben innerhalb einer Staatsgemeinschaft, die insgesamt aus etwa 3000 Esqr besteht und arbeitsteilig organisiert wird. Unterschieden wird allgemein zwischen der (immer weiblichen) Königin, den (immer männlichen unfruchtbaren) Arbeitern und den sehr raren (weiblichen und männlichen) Fruchtbaren, welche im Verlauf für den Fortbestand der Art verantwortlich sind und außerdem die Herrscherfolge bilden.

 

Die gemeine Gruppe der Arbeiter unterteilt sich zunächst in Meister und Lernende, wobei die Lernenden  ihre individuelle Arbeit noch nicht eigenständig verrichten, sondern zunächst von dem Höchsten, dem Ersten Meister, ihrer Spate ausgebildet werden. Die verschiedenen Aufgaben werden in der Staatgemeinschaft der Esqr den fünf allgemeinen Berufsspaten zugeordnet: Baumeister, Fegemeister, Brutmeister, Jagemeister und Gelehrte sowie Auguren.

 

 

Nestknoten

 

Die Unterkünfte der Esqr, die Ghja’ceer, werden aus Ceer, bestehend aus zerkauter Erde, gemahlenem Gestein und einem körpereigenen Sekret, dem Larrq, erbaut. Die Ghja’ceer gleichen, in irdischen Maßstäben gesprochen, bizarren und weißlich gefärbten ‚geometrischen’ Gebilden, welche die Struktur von ineinander geschobenen Windsegeln aufweisen. Ein einzelnes Ghja’ceer fasst dabei etwa 50 Esqr und wird immer nur von einer bestimmten Berufsspate besiedelt. Im Inneren dieses Nestknotens findet man stets die Schlafplätze, welche großen und wohlgeformten Waben gleichen, sowie die berufsspezifischen Werkzeuge und berufsspezifisches Zubehör. Alles ist im Allgemeinen, sehr minimalistisch, auf das Wichtigste reduziert. Gespeist wird in spezielleren und größeren Ghja’ceer, die für Versammlungen und Zusammenkünfte aller Art genutzt werden. Spezielle Unterkünfte kommen der Königin, den Dienern und den Fruchtbaren zu.

 

 

Zeit und Zahlen

 

Ausgehend von insgesamt 12 Fingern an vier Händen, besteht ein Duodezimalsystem, sprich ein Zwölfersystem. Dieses Stellenwertsystem zur Darstellung von Zahlen verwendet dementsprechend die Basis 12 und weist zwölf unterschiedliche Ziffern vor, aus denen alle weiteren Ziffern durch Zusammensetzen gebildet werden können. Diese Tatsache muss bei den folgenden Angaben zur Umrechnung des Kalenders und der Zeitrechnung beachtet werden.

 

Umrechnung:

 

Eine Möglichkeit, eine Dezimalzahl ins Duodezimalsystem umzuwandeln, ist die Betrachtung der Divisionsreste, die entstehen, wenn die Zahl durch die Basis 12 geteilt wird. Im Beispiel der 328 (im 10er System) sähe das so aus:

 

328: 12 = 27 Rest 4,

  27: 12 = 2 Rest 3,

    2: 12 = 0 Rest 2.

 

Die gesuchte Ziffernfolge liest man nun von unten nach oben an den Resten ab: 234 (im 12er System). Um aus einer Duodezimalzahl eine Dezimalzahl zu erhalten, zählt man die angegebenen Vielfachen der 12er-Potenzen zusammen, berechnet also den Wert der Zahl wie es die Definition des 12-adischen Stellenwertsystems vorgibt:

 

234 (im 12er System) = 2 · 122 + 3 · 121 + 4 · 120 = 288 + 36 + 4 = 328 (im 10er System)

 

Im unterirdischen Esqr herrscht kein vorgegebener Tag- und Nachtrhythmus. Trotzdem gibt es einen einheitlichen Phasenwechsel, der das Leben der Esqr bestimmt. Gemessen werden diese Phasen mithilfe von speziellen Uhren. Eine komplette Phase (Tag und Nacht) dauert in Esqr umgerechnet etwa 29 Stunden, was dem natürlichen Biorhythmus der Esqr nachempfunden ist. Von den 29 Stunden sind ungefähr zweimal 4 Stunden als Ruhephasen (Schlaf) festgelegt. Einmal 7 Stunden plus 2 Stunden dienen der Verrichtung der jeweiligen Arbeit und die übrigen 12 Stunden dienen den Esqr als freie Zeit.

 

Einmal in ungefähr 105 Tagen schlüpft die neue Brut der Königin, weshalb ein Jahr, eine He’ Naq genau 105 Tagen, sprich 105 J’ Ar, entspricht. 105 J’ Ar geteilt durch eine He’ Kav, also geteilt durch 3 J’ Ar, ergeben wiederum 35 J’ Ar. Diese 35 J’ Ar bilden eine He’ Ki. Eine He’ Naq besteht also aus 3 He’ Ki. Die drei He’ Ki sind zudem zentral, da eine He’ Ki jeweils einen Hüter und einen Rächer repräsentiert.

 

Umrechnung:

 

He’ Naq = Ein Jahr = 105 Tage

He’ Ki = Ein Monat = 35 Tage

            1. He’ Ki: Narß & Deadus

            2. He’ Ki: Xian & Vures

            3. He’ Ki: Eesas & Atnaan

He’ Kav = Eine Woche = 3 Tage

J’ Ar = Ein Tag mit ca. 29 Stunden

 

Die Zeitrechnung der Esqr beginnt mit der Niederschrift des Tharc’qetann, des Ersten Buch der Esqr. Der Tag, an dem das Wort des Tharc in jener Schriftsammlung verewigt und besiegelt wurde, wird gezählt als Tag 1 in der Geschichte der Esqr. Geschrieben wird

 

1 C.Tq. = 1 Can Tharc’qetann (‚Ein Tag mit/nach Tharc’qetann)

1 Y.Tq. = 1 Yv Tharc’qetann (‚Ein Tag ohne/vor Tharc’qetann)

 

 

Kult um den Tharc

 

Die Esqr verehren ihren Großen Schöpfer, den sie Tharc nennen. Er wird dargestellt in Form eines rotierenden, hellweißen Tetraeders und stellt die allmächtige Urenergie allen Seins und Nicht-Seins dar. Neben dem Tharc werden die Hüter, die Ki’ Lhu, und Rächer, die Ki’ Than verehrt, die im weitesten Sinne den Kreislauf des Lebens bestimmen und vorgeben. Die Hüter und die Rächer sind die Kinder des Tharc und haben im Glauben der Esqr direkten Einfluss auf die Welt, während der Tharc einen eher übergeordneten Einfluss, in Form des Schicksals, auf die Welten nimmt, die er erschafft.

 

Tharc

Ki’ Lhu, Die Drei Hüter

            Ki’ Nar: Narß – Die Form

            Ki’ Xij: Xian – Das Licht

            Ki’ Ee: Eesas – Der Geist

 

Ki’ Than, Die Drei Rächer

            Ki’ Den: Deadus  – Der Zerfall

            Ki’ Vul: Vures – Das Chaos

            Ki’ Aan: Atnaan – Der Schatten

 

 

Dienerhut

 

Darüber hinaus existiert in der Gemeinschaft der Esqr ein besonderer Kult, der auf dem Glauben der Esqr gründet. Hierbei ist es für jedes Staatsmitglied von Esqr eine Pflicht, den Dienerhut, den Tacx’nar, in Ehren und Wohlwollen zu tragen. Dieser Hut hat die Form eines Tetraeders mit drei Flächen, welche den Blick auf das Haupt verhindern. Diese besondere Kopfbedeckung wird bei der Initiationszeremonie angelegt und daraufhin niemals wieder, lediglich zur Nachtruhe, abgelegt.

 

Der Hut besteht aus einem organischen und lichtdurchlässigem, jedoch haltbaren, Material, welches das Sehen, Atmen, Waschen und die Nahrungsaufnahme weiterhin ermöglicht. Er wird von den Dienern der Königin hergestellt und besitzt je nach Berufsspate ein besonderes Symbol auf der hinteren Fläche, welches die Zugehörigkeit deutlich macht. Der eigentliche Sinn im Tragen dieser speziellen Kopfbedeckung liegt im Glauben an den Tharc, welcher über die Arbeit im Staat wacht. Durch das Verdecken des Hauptes, dem Sitz der Seele und des Geistes, verschreiben sich die Mitglieder des Staates ganz und gar der Arbeit für den Tharc und entsagen ihrer eigenen Individualität, ihrer Seele. Sie leben allein für die Arbeit im Staat und sind vor dem Tharc gleich. Offensichtlich ist das Tragen des Tacx’nar nicht immer angenehm und vorteilhaft, weshalb es nicht selten mit einem anhaltenden körperlichen und auch seelischen Leiden verbunden ist, das die Esqr jedoch scheinbar freiwillig, zu Ehren des Tharc, auf sich nehmen.

 

 

Weltenabgrund

 

Neben dem Großen Schöpfer, den Hütern und Rächern wird die Existenz einer weiteren schwierig definierbaren Instanz angenommen. Die Rede ist von V’ Caar, dem Abgrund der Welten. Der Abgrund der Welten gleicht einer hyperdimensionalen Existenzebene und spiegelt den illusionären Aspekt des Daseins, die vollkommene Leere, das Nichts und den Kern der Seele wider. Die gefürchteten Vur’tee, die Kreaturen des Abgrundes, entspringen diesem nicht-manifesten Ort und gleichen einer gestaltwandelnden Dämonenspezies, deren einziges Ziel das Stehlen und Essen von Seelen darstellt. Manchmal entfliehen sie dem Abgrund und treten in die manifeste Realität über, ewig auf der Suche nach neuen Seelen. Sie werden daher auch als Seelenfresser bezeichnet.

 

 

See im Stein

 

Luthan’ar ist ein recht großer unterirdischer See, der in einer natürliche Aushöhlung unterhalb der Oberfläche liegt. Das Besondere an diesem See ist sein lumineszierendes Wasser, welches aus diesem Grund als heilig und besonders rein gilt. Ungefähr in der Mitte des Sees durchbricht ein einziger Fels, Teq Luthan’ar, die Wasseroberfläche. Er wird auch der Einsame Fels genannt und ist über eine schmale Landbrücke zugänglich. Die Esqr halten am Teq Luthan’ar religiöse Zeremonien ab und sprechen Gebete.

 

Es gibt nur einen einzigen Tunnelzugang zum See Luthan’ar, der von den bediensteten Dienern der Königin streng bewacht wird. Nur ihr und den Fruchtbaren ist es erlaubt, Luthan’ar zu sichten und von seinem Wasser zu trinken oder gar in ihm zu baden. Für das gemeine Volk der Arbeiter existieren festgelegte Zeiten, zu denen sie Luthan’ar besuchen dürfen, um Gebete zu sprechen.

 

 

Sonne im Stein

 

Nheax’r Luthan’ar, auch bekannt unter der Bezeichnung die Sonne im Stein bei Luthan’ar, ist das bekannteste Wahrzeichen von Esqr. Es geschah in einem einzigen kurzen Moment, dass das Leuchten das Wasser verließ, um sich auf Teq Luthan’ar, dem Einsamen Fels, niederzulassen. Bei den Esqr löste das plötzliche und unerwartete Ereignis einen großen Aufruhr aus. Das Leuchten, das nun den Fels umschloss wurde sogleich hoch verehrt und als Zeichen des Großen Schöpfers, des Tharc, angesehen. Dementsprechend wurden niemals Versuche gestartet, den Fels zu entfernen oder auf sonstigen Wegen etwas an der Situation zu verändern. Nheax’r Luthan’ar wird in der Kultur der Esqr bis heute hoch verehrt.

 

Das Ereignis und das Zustandekommen von Nheax’r Luthan’ar wird mit dem Vorhandensein eines seltenen intelligenten Pilzes begründet, welcher zunächst im Wasser heranreift und sich vermehrt, um dann an Land zu gehen. Das Phänomen ist jedoch noch weitgehend unerforscht.

 

 

Felsenbäume

 

Die sogenannten Felsenbäume, die Rhaxr’ver von Vae’taa sind höchstwahrscheinlich durch Erosion entstandene ungewöhnlich große Gesteinsäulen, die in der gleichnamigen Höhle Rhaxr’ver tief unterhalb der Oberfläche weilen. Die Rhaxr’ver gleichen in ihrer bizarren Form einem Baum oder einem Ständerpilz mit zwei übereinander stehenden ausgeprägten Kronen oder Hüten und sind ein bekanntes Symbol für Leben und Fruchtbarkeit.

 

Auf den weitflächigen Baumkronen aus Stein, gedeihen die winzigen Calhav, mikroskopisch kleine Algenpflanzen, die erst bei fachgerechter Bewässerung sowie Ernte gedeihen und erfolgreich abgeerntet werden können.

 

Die Felssäulen sind außergewöhnlich hoch und an ihren Füßen weilt der Schwarze See Vae’taa, der sich sanft und samtschwarz um die felsigen Wurzeln der Rhaxr’ver schmiegt. Um verschiedene Höhenebenen erreichen zu können, wurden spezielle Ceer-Konstruktionen angebracht, die sich wie ein Netz in mehreren Höhenebenen um die Felssäulen spannen.

 

Ob es sich bei den beschriebenen Felsgebilden lediglich um Stein handelt, ist nicht sicher. Die Bezeichnung der Felsenbäume rührt zwar in erster Linie von der Erscheinung der Felsen her, jedoch gibt es einige Argumente, die dafür sprechen, dass es sich um ein organisches Lebewesen handeln könnte, das tatsächlich einer Pflanze oder einer Mischung aus Tier und Pflanze ähneln könnte.

 

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Anfang und Ende
Fragment über die Entstehung der Tiefen Welt
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Rhaxrver
Fragment über die Felsenbäume der Tiefen Welt
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Ich finde keine Worte
Fragment über die Sprache der Esqr
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