Kausalität und Resonanz

 

„Wenn ich meinen Traumjob habe, DANN...“
„Wenn ich endlich meinen Traumpartner oder meine Traumpartnerin habe, DANN...“
„Wenn ich endlich mein Wunschgewicht erreicht habe, DANN...“
„Wenn ich endlich viel Geld habe, DANN...“

Und so weiter. Kennst du das?

Diese Wenn-Dann-Glaubenssätze, die oftmals unser Denken und Fühlen unterwandern und bestimmte, erwünschte Zustände schier unmöglich machen? Oft bemerken wir nicht einmal, dass es sich um Glaubenssätze handelt.


Kurt Tepperwein sagte:

„Jede Wirkung hat eine Ursache, sonst wäre sie nicht vorhanden.“

Bist du überzeugt davon, dass Dinge und Zustände „einfach so“ passieren, ganz ohne dein Zutun? Erlebst du dich als Opfer deiner Umstände und als Re-Agierender deines Umfelds, anstatt davon überzeugt zu sein, dein Umfeld aktiv und als agierende Person mitzugestalten? Beim Thema Kausalität geht es weniger um die tat-sächlichen äußeren Umstände, sondern viel mehr um deine innere Auffassung, deine Einstellung und deine Glaubenssätze. Ganz nach dem Sprichwort: „Es geschieht dir nach deinem Glauben.“

Kausalität ist ein Thema, das in spirituellen Kreisen erfahrungsgemäß zu häufigen Missverständnissen führt und nicht selten der Grund ist, dass Menschen gegeneinander aufgebracht werden und sich regelrechte Parteien und Allianzen bilden: Die wuschigen Esoteriker gegen die Realisten und Bodenständigen. Das ist schade und deshalb fühle ich mich ein wenig dazu berufen, damit aufzuräumen – zumindest in dem Rahmen, der mir hier möglich ist. Ich begebe mich heute also auf „spirituelles Glatteis“ und wage den Versuch, dir ein wenig näherzubringen, was ich unter Kausalität verstehe und wie du sie für dich selbst und deine Weiterentwicklung nutzen kannst.

 

Los geht's!


Das Gesetz der Anziehung

Auch bekannt als das „Resonanzgesetz“ oder wie ich es gerne nenne: Spiegelgesetz. Ein einfaches Beispiel: Bist du wütend und mies gestimmt – dann wirst du auch im Kontakt mit anderen Menschen den Eindruck gewinnen, dass diese irgendwie schlecht drauf sind und dich vielleicht sogar unfreundlich behandeln. Kurzum: Sie spiegeln dir dein eigenes, aktuelles, inneres Erleben und Fühlen. Das tun sie aber nicht aus Bosheit oder weil sie auf magische Art und Weise in dich hineinblicken können. Sie tun es ganz automatisch und unbewusst deshalb, weil du als „wütende Person“ die entsprechenden Gefühls-Atmosphäre um dich herum aufbaust. Spirituell spricht man häufig von „Energie“, „Schwingung“ oder „energetischer Aura“ – gemeint ist jedoch immer die bestimmte Atmosphäre, die du für dich und dein Umfeld erschaffst, indem du einen bestimmten Gefühlszustand erlebst und damit ausstrahlst.

Vielleicht kennst du auch dieses Beispiel: Du bist gut drauf, könntest die Welt umarmen und bist ganz automatisch mit einem Lächeln unterwegs. Vielleicht lächeln dir andere Menschen zu oder es entstehen kleine, freundliche Gespräche unterwegs, in der Bahn oder an der Supermarktkasse. Dein Umfeld reagiert auch hier auf deine Ausstrahlung und spiegelt dir das, was gerade in dir aktiv gefühlt und erlebt wird.

Das Gesetz der Anziehung zeigt sich in jeglichen Zuständen und Situationen – mal deutlicher, mal weniger deutlich. Hier ist ein wenig Übung gefragt.

Ein etwas abstrakteres Beispiel: Dein Leben läuft richtig gut, du lebst was dir Freude macht und es macht dir Freude zu leben, wie du lebst – du schöpfst aus dem Vollen und es fehlt dir gefühlt an nichts und du brauchst gefühlt niemanden, der dich bestätigt, dir Sicherheit verspricht oder sich um dich sorgt. Du bemerkst in diesem Zustand vielleicht, das plötzlich alte Freunde auf dich zurückkommen, Angebote ins Haus flattern, es regnet Komplimente, Anfragen und tolle, inspirierende Gespräche kommen zustande und das alles völlig unerwartet. Sozusagen: Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

Genauso funktioniert es umgekehrt und allgemein bezogen auf die verschiedenen Gefühls- und Erlebensqualitäten. Beobachte dich und einen Alltag – du wirst immer besser erkennen, wo und wie das Gesetz der Anziehung wirkt.


Das Mantra und die Erfüllung

Gesetz der Anziehung – schön und gut, soweit klar. Vielleicht werden schon einige innerlich aufschreien oder aufhorchen: „Meine innere Erlebnis- und Gefühlswelt bewirkt eine Anziehung desselben im Außen – dann sag ich mir einfach jeden Tag, dass ich reich, schön und schlau bin.“ – Schön wär’s! Hier entsteht das Missverständnis, von dem ich weiter oben gesprochen habe. Das Leben hat es für uns ganz vernünftig eingerichtet und zwar in dem Sinne: Abkürzung ausgeschlossen, Tricks funktionieren nicht.

Das kannst du leicht an dir selbst ausprobieren oder kennst es vielleicht sogar schon. Vielleicht bist du unzufrieden mit deinem Job und redest dir jetzt jeden Tag ein: „Ich bin zufrieden und erfüllt in meinem Job!“ – denn diese innere Einstellung müsste ja nun nach dem Gesetz der Anziehung dazu führen, dass das perfekte Jobangebot schon bald ins Haus flattert. Oder nicht?

Ab hier wird’s etwas schwieriger. Du bist dazu aufgerufen, selbst und aktiv etwas für dein Leben zu tun. Dazu hast du zwei Werkzeuge in der Hand: Die Spiegelübung und deine Fähigkeit, zu erkennen, was deine eigene Wahrheit ist und was sich für dich stimmig und richtig anfühlt.

Zurück zum Mantra: „Aber warum ziehe ich nicht den richtigen Job in mein Leben, wenn ich meine Einstellung umprogrammiere auf innere Erfüllung und Zufriedenheit?“ – Ganz einfach: Weil du nicht erfüllt und zufrieden bist! Die äußeren Umstände deines Lebens können nur das wiedergeben, was du innerlich fühlst und erlebst. Ein erfüllter und zufriedener Mensch, der seine eigene Wahrheit kennt und lebt, würde keine oder nur in wenigen Ausnahmen Dinge tun, die ihm Schaden zufügen oder ihn unzufrieden machen, denn dann wäre er kein erfüllter und zufriedener Mensch. Ja, zugegeben, hier muss man ein wenig um die Ecke denken, um die Illusion zu enttarnen.


So wie innen, so auch außen

Ein Beispiel: „Ich suche immer noch nach der richtigen und erfüllenden Partnerschaft, wann kommt denn endlich der oder die Richtige, ich denke doch jeden Tag daran und arbeite wie verrückt an mir“. Warum kann das Gesetz der Anziehung hier nicht so greifen, wie es erwünscht wird? Na, schon eine Idee? Ganz klar: Jemand, der so dringend nach dem richtigen Partner oder der richtigen Partnerin SUCHT und sehnsüchtig WARTET, kann nicht erfüllt und zufrieden sein, sondern eher unsicher, leer, verzweifelt, traurig – in einem gefühlten Mangelzustand eben. Ein innerlich gefühlter Mangel zieht was an? Genau, Mangel im Außen. Das Wort „Anziehen“ ist hier auch leicht missverständlich, denn es suggeriert, dass wir an irgendetwas „schuld“ sind, was uns passiert, in dem Sinne: „Ich erlebe Mangel im außen und bin schuld daran, weil ich mich innerlich unzufrieden fühle.“ Um Schuld geht es hier nicht, sondern um Resonanz und darum, zu erkennen, was da ist.

Nun, was ist zu tun in einem solchen Fall, worin liegt die Lösung? Ich formuliere das Partnerschafts-Beispiel einmal um: Ein Mensch, der erfüllt und zufrieden ist und das Leben lebt, das ihm Freude macht und Freude an dem Leben hat, das er lebt, braucht nicht die perfekte Partnerschaft, um glücklich zu sein. Dieser Mensch ist bereits glücklich und eine Partnerschaft wäre für diesen Menschen die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

Hier kommen die Glaubenssätze vom Anfang des Artikels zum Tragen. „Wenn ich erst den richtigen Partner oder die richtige Partnerin habe, DANN bin ich glücklich und zufrieden.“ – mit diesem Glaubenssatz wird ein mentales Gesetz erschaffen, das einem inneren Gefängnis gleicht. Denn im Umkehrschluss bedeutet es auch: „Solange der richtige Partner oder die richtige Partnerin nicht da ist, DARF oder KANN oder WILL ich nicht glücklich sein.“

Wie wäre es denn, zunächst ein Leben zu kreieren, das glücklich stimmt und zwar ohne besagten Partner, ohne besagtes Wunschgewicht oder ohne den besagten materiellen Reichtum? Was wäre verkehrt daran? Was fehlt dazu? Und was ist schon da? Hier geht es um reine Auseinandersetzung und das Generieren von Erkenntnis. Zuerst auf mentaler, dann auf emotionaler Ebene und schlussendlich auch auf körperlicher Ebene. Den oder die Partnerin zu finden, die mir das gibt, was ich mir selbst nicht geben kann, ist eine Hintertür, mit der man sich selbst austrickst – leider ohne Erfolg.


Wünsche und Glaubenssätze

An dieser Stelle ziehe ich die Fäden zusammen und kehre zurück zum Thema „Kausalität“. Erinnern wir uns an das Zitat:

„Jede Wirkung hat eine Ursache, sonst wäre sie nicht vorhanden.“

Wenn wir über Kausalität sprechen, sprechen wir auch über Wunscherfüllung. Eine häufige Frage ist hier: „Kann ich mit Hilfe der Kausalität und dem Resonanzgesetz meine Wünsche zuversichtlich erfüllen?“ – Ja und nein. Aus Perspektive der Kausalität ist ein Wunsch etwas, das einen Mangel ausdrückt – das haben wir uns ja eben schon angeschaut anhand des Partnerschafts-Beispiels. Denn: Solange ich etwas dringend brauche und wünsche, fehlt mir offenkundig etwas – ich befinde mich also in einem erlebten Mangel. Eine gute Herangehensweise ist hier, sich damit auseinanderzusetzen, wieso der spezifische Wunsch besteht und was man sich von seiner Erfüllung erhofft. Der Wunsch als solcher ist ein wertvoller Hinweis darauf, was im Leben nicht stimmig ist. Auch kann der Wunsch einen Hinweis auf bestehende Glaubenssätze geben, die blockieren.

Das Wunschgewicht-Beispiel: Ich kenne Frauen (mich eingeschlossen), die der festen Überzeugung sind, dass sie erst mit einem bestimmen Körpergewicht glücklich, selbstbewusst und zufrieden durchs Leben gehen können. Hier besteht eine Kopplung zwischen einem körperlichen Zustand (Wunschgewicht x) und einem erwünschten Lebensgefühl (glücklich, selbstbewusst). Hier versuchen wir wieder eine Hintertür zu nehmen und das Gesetz der Anziehung zu unserer Bequemlichkeit auszunutzen. Wir geben unsere Selbstverantwortung ab, indem wir innerlich aussagen: „Kein Wunder, dass ich nicht glücklich bin, ich kann ja nur unglücklich sein, da ich mein Wunschgewicht noch nicht erreicht habe.“

Der ganzheitliche Weg kann hier sein: Schauen und herausfinden, was wirklich fehlt im Leben, um zufrieden zu sein. Vielleicht ist das Wunschgewicht ein Teilaspekt davon – und was ist mit Job, Freunde, Hobbies, Bewegung, Ernährung? Vielleicht findest du sogar heraus, wann und weshalb du einen bestimmten Glaubenssatz aufgebaut hast.


Glaubenssätze und ihr Nutzen

Jede Wirkung, also alles was du innerlich fühlst, denkst, glaubst und alles, was in deinem Leben ist, passiert und sich abspielt, wurde zuvor verursacht. Ich werde mich an dieser Stelle nicht aus dem Fenster lehnen und dir sagen, dass du absolut alles verursachen kannst, was du nur möchtest – das würde an Omnipotenzfantasie grenzen. Wovon ich jedoch überzeugt bin ist, dass du alles, was sich in deinem persönlichen Wirkungsbereich befindet, selbst verursachen, kreieren und verändern kannst, wenn du dich mit deinen Wünschen, deinen Gefühlen, deinen Glaubenssätzen und deiner inneren Haltung ehrlich auseinandersetzt, auch wenn es an einigen Stellen unangenehm wird.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass jegliche Glaubenssätze und inneren Annahmen immer dienlich sind, sonst wären sie nicht da und sonst hätten wir sie nicht aufgebaut. Glaubenssätze, die Zustände in deinem Leben verursachen, die dir widerstreben, sind also nichts Schlechtes, das „weggemacht“ werden muss, DAMIT endlich alles gut wird... du merkst vielleicht, worauf ich hinaus möchte. Hier darfst du dich – ganz gleich, ob es um Glaubenssätze, Gefühle oder eine konkrete Lebenssituation geht – fragen:

Wozu dient es mir?

Zwei greifbare Beispiele: „Wozu dient mir der langweilige, aber gut bezahlte Job?“ – „Er gibt Sicherheit und bewahrt mich vor der Auseinandersetzung mit meinen eigentlichen Sehnsüchten und meiner Selbstverantwortung.“ oder „Wozu dient mir die langjährige Ehe, die ganz okay ist aber lange nicht so aufregend und erfrischend, wie erhofft?“ – „Sie bewahrt mich vor der Auseinandersetzung mit unterdrückten Gefühlen und sie ermöglicht es mir, in meiner sicheren Komfortzone zu verbleiben.“

Und so weiter... – es braucht hier ein wenig Übung und Regelmäßigkeit, Antworten zu formulieren, ohne sich selbst auszutricksen. Und jede neue Antwort bringt dich gewiss weiter! Ich möchte dir in diesem Zusammenhang auch meinen Artikel zum Thema „Spiegelübung“ empfehlen.

Solltest du Fragen zu deiner persönlichen Situation haben, schreib mir gerne – ich nehme mir Zeit für dich. Oder teile deine Erfahrungen zum Thema Kausalität und Resonanzgesetz in den Kommentaren – ich freue mich auf den Austausch!

 

 

Zum Weiterlesen möchte ich dir Kurt Tepperwein empfehlen:

Blog - Kausal-Training nach Tepperwein und Nada

"Kausal-Training" von Kurt Tepperwein

 

 

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